Gewerbeanmeldung für Kleinunternehmer


Alle selbständigen Tätigkeiten, die nicht zu den freien Berufen (Freiberufler) oder zu Arbeitsbereichen der Land- und Forstwirtschaft gehören, sind unter dem Begriff Gewerbebetrieb zusammengefasst.

Das Gewerbe führt der Gewerbetreibende (Existenzgründer) in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung aus und verfolgt dabei das Ziel, mit diesem Gewerbe einen Gewinn zu erzielen. Die Ausübung eines Gewerbes unterliegt nach deutschem Recht der Gewerbeordnung, in der unter anderem die Gewerbefreiheit verankert ist, die es jedem freistellt, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen ein Gewerbe auszuüben.

Die Gewerbeordnung besagt auch, dass das Gewerbe beim Gewerbeamt mit einem entsprechenden Formular angemeldet werden muss. Über das Internet werden online entsprechende Formulare zum Ausdrucken zur Verfügung gestellt, in der jeder Existenzgründer Angaben zu seiner Person und zur Art des ausgeübten Gewerbes machen muss. Die Bearbeitung und Registrierung der Gewerbeanmeldung kostet um die 20 Euro.

Auf der Grundlage der Gewerbeanmeldung informiert das zuständige Gewerbeamt die Industrie- und Handelskammer. Mit der Gewerbeanmeldung ist der Gewerbetreibende dann auch automatisch Mitglied in der IHK, für kleinere Unternehmen ist diese Mitgliedschaft kostenfrei, sollte ein Mitgliedsbeitrag fällig werden, richtet sich dieser nach der Höhe der zu zahlenden Gewerbesteuer.

Mit der Gewerbeanmeldung geht dann auch die Meldung an das Finanzamt, das sich dann seinerseits mit einem Fragebogen an den Gewerbetreibenden wendet, in dem dieser wieder allgemeine Angaben zu seiner Person, zur Art der ausgeübten Tätigkeit und zur Art der Gewinnermittlung machen muss. Bei kleineren Gewerbeunternehmen, die jährlich nicht mehr als 30.000 Euro Gewinn machen, reicht in der Regel eine sogenannte Einnahmen-Überschuss-Rechnung (kurz EÜR) aus.

Der Gewerbetreibende muss seinen Gewinn für das erste Jahr einschätzen, wird dieser zu hoch eingeschätzt, hat das zur Folge, dass das Finanzamt Einkommenssteuervorauszahlungen festlegt. Anhand aller Angaben vergibt das Finanzamt eine neue Steuernummer für die Einkommensteuererklärung. Falls nicht nach der Kleinunternehmerregelung gearbeitet wird, erteilt das Finanzamt auch eine Umsatzsteuernummer.

Die Gewerbeanmeldung bildet mit die Grundlage für die zukünftige selbständige Tätigkeit. Sie muss bei der Agentur für Arbeit im Zusammenhang mit dem Antrag auf Gründungszuschuss vorgelegt werden und wird auch in Kopie von Banken und Kreditinstituten verlangt, wenn der Existenzgründer Kredite beantragt oder sich einen Firmenwagen leasen will.